Helmholtz Talks #11: Wasserstoff in Deutschland: Zwischen Hoffnung und Realität
Shownotes
Zusätzliche Informationen:
Deutscher Bundestag - Bundestag beschließt das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz
Der Podcast „Helmholtz Talks – Wissenschaft und Politik im Gespräch“ wird wissenschaftlich begleitet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um den folgenden Fragebogen zum Thema Podcasts in der Wissenschaft auszufüllen:
📲 evaluationsplattform.impactunit.de/show/1443
Im Podcast „Helmholtz Talks – Wissenschaft und Politik im Gespräch“ diskutieren Wissenschaftler:innen und Politiker:innen über zentrale gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt. In jeder Folge geht es darum, welche Lösungen durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik entwickelt werden können.
Der Podcast ist eine Kooperation zwischen der Dialogplattform Helmholtz KLIMA und dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit RIFS am GFZ (englisch Research Institute for Sustainability, kurz: RIFS). Er wird von Sébastien Vannier (Helmholtz KLIMA) konzipiert und von der Journalistin Julia Vismann moderiert.
Die Reihe baut auf den Erfahrungen und wissenschaftlichen Erhebungen des Podcasts „Wissenschaft und Politik im Gespräch“ auf, der am RIFS entwickelt wurde. Alle bisherigen Folgen finden Sie ebenfalls unter: https://rifs-podcast.podigee.io/episodes
📲Schnitt: Julia Vismann 📲Musik: Nicolas Pannetier 📲Tonmastering: Yuliia Vlaskina
Transkript anzeigen
00:00:09: Willkommen bei Helmholtz Talks, Wissenschaft und Politik im Gespräch.
00:00:13: Ein Podcast vom RIFS, Research Institute for Sustainability am GFZ Potsdamen zusammen mit der Dialogplattform Helmholz Klima.
00:00:26: Das eigentliche Ziel ist erstmal das wir Wasserstoff bekommen und haben und dass wir auch Industrieprozesse auf Wasserstoff umstellen können.
00:00:36: Wollen wir jetzt den grünen Wasserstoff fördern?
00:00:38: Wollen ein Pipeline-Netzwerk dafür aufbauen?
00:00:40: Das ist eine große politische Entscheidung!
00:00:43: Genau, deswegen Technologieoffenheit muss nicht heißen Technologie-Neutralität.
00:01:00: Fakt ist um die globale Erderwärmung auf ein Komma fünf Grad zu begrenzen müssen wir bis mindestens zwanzigfünfzig klimaneutral werden auch wenn die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind.
00:01:12: Die Frage ist nur wie erreichen wir die Decarbonisierung von Industrieprozessen die nicht so einfach elektrifiziert werden können?
00:01:19: Grüner Wasserstoff gilt als der Hoffnungsträger Aber warum dauert die Umsetzung der Projekte so lange und welche Alternativen gibt es?
00:01:28: Mein Name ist Julia Fissmann und ich spreche darüber mit zwei Menschen, die sich aus wissenschaftlicher und politischer Perspektive mit der Dekarbonisierung der Industrie beschäftigen.
00:01:38: Aus der Wissenschaft ist bei uns Rainer Quizzo.
00:01:41: er ist Forschungsgruppenleiter am RIFS und arbeitet zu nachhaltiger Innovations- und Industriepolitik und zur Geopolitik der Energie und Industrietransformation.
00:01:53: Herzlich willkommen, Rainer Quizzo!
00:01:55: Vielen Dank, freut mich hier zu sein.
00:01:57: Und herzlich willkommen auch Fabian Gramling, Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg.
00:02:03: Er ist Berichterstatter für das Thema Wasserstoff für die CDU-Bundestagsfraktion.
00:02:08: Seine Schwerpunkte sind Zukunftstechnologien, Wettbewerbsfähigkeit und eine innovative Energieversorgung.
00:02:15: Schön dass Sie da sind!
00:02:17: Freu mich ebenso!
00:02:18: Herr Quizzo... Also ich hab's gerade schon eingeführt, Wasserstoff scheint als Energieträger in Zukunft wirklich eine große Rolle zu spielen.
00:02:26: Wir können es ja nochmal rekapitulieren.
00:02:28: Gewonnen mit Hilfe von Elektrolyse, mit Hilfe vom elektrischen Strom wird also H₂O in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt Und wenn das Ganze mit Sonnen- oder Windenergie geschieht ist es grüner Wasserstoff.
00:02:40: Mit fossilen Energien ist dann grauer Wasserstoff.
00:02:43: Was ist an grünem Wasserstoff so hoffnungsvoll?
00:02:48: Es ermöglicht uns vor allen Dingen, die Prozesse zu dekarbonisieren.
00:02:53: Also klimafreundlich zu gestalten, die wir nicht direkt mit elektrischem Strom aus der Neuerbahn Energien dekarmonisieren können.
00:03:02: Hat es aber auch ein paar Haken vielleicht?
00:03:05: Ja also der Grund warum wir primär immer erstmal auf den Strom, also auf die direkte Verwendung von der Neuermarmstrom gucken ist dass das eben direkter und einfacher und damit auch effizienter ist ohne mit weniger Verlusten einhergeht.
00:03:18: Aber es gibt eben bestimmte Prozesse, wo das nicht möglich ist und da gucken wir dann auf Wasserstoffe und das sind teilweise aber auch sehr wichtige Teile unserer Industrie.
00:03:29: Chemische Prozese, Produktion von Stahl beispielsweise die eben nicht.
00:03:33: jedenfalls bisher kündigt sich kein Weg an wie wir auf einfache Weise mit Strom dort arbeiten können.
00:03:40: Herr Grammling, Sie stehen für eine Politik mit klaren Lösungen für Wirtschaft aber auch Innovationen und auch eine sichere Energieversorgung.
00:03:48: Welche Rolle spielt da grüner Wasserstoff?
00:03:52: Also ich glaube das wir in Deutschland in Diskussion erst mal schauen müssen.
00:03:54: dass wir Wasserstoff bekommen ist gerade die Kretchenfrage vor der wir stehen dass sie auf der einen Seite Produzenten haben die produzieren können die liefern können aber halt zu einem entsprechenden Preis um die Abnehmer sagen her kriege ich überhaupt den Wasserstoff kommt dabei mir an und wenn er ankommt zu welchem Preis, dass sich am Ende des Tages auch mein Produkt am Markt auch noch unterbringen kann weil es eben zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden kann.
00:04:18: Das ist mal die eine wirtschaftliche Dimension habe.
00:04:20: ich glaube mittlerweile sind wir auch in einer ganz anderen Dimension angekommen das es ja nicht mehr darum geht wie wir jetzt uns klimaneutraler ausstellen können, sondern auch das Thema Standortwettbewerb und auch Standortfaktoren die wir mehr in den Blick nehmen müssen.
00:04:32: Und da ist natürlich das Thema Klimaneutralität ein sehr wichtiger Faktor dass wir hier nachhaltiger werden.
00:04:38: Da ist der grüne Wasserstoff ein sehr wichtiges Instrument dafür.
00:04:42: aber ich glaube, dass wir jetzt für den Hochlauf auch uns bisschen von dieser Farbenlehre lösen müssen.
00:04:47: Ich war Anfang des Jahres mit dem Wirtschaftsausschuss In Amerika, in Kalifornien haben dort auch angeschaut wie aus Gas zum Beispiel Wasserstoff produziert wird.
00:04:55: Und ich glaube gerade für den Hochlauf müssen wir schauen dass sie da ein bisschen dem Begriff weiterfassen mit dem Ziel natürlich klimaneutral zu werden.
00:05:03: Weil eben die Beschaffung von Wasserstoff schwierig ist können wir jetzt im Moment erst mal noch gar nicht so über grünen Wasserstoff sprechen?
00:05:10: Ist das richtig Herr Quizzo?
00:05:12: Ja also es gibt noch keine große Produktionen von grünem Wasserstoff.
00:05:15: Es gibt natürlich eine Produktion von grüben Wasserstoff.
00:05:18: Die Technologie ist nicht neu Die Elektrolyse gibt es schon seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten, dass man eben dieses Verfahren nutzen kann um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff umzuwandeln.
00:05:31: Aber auf der Skala wie wir das jetzt benötigen sind die Projekte noch nicht vorhanden.
00:05:36: Herr Grömmling nochmal zurück auch Wasserstoffstrategie der Bundesregierung, also mit der nationalen Wasserstoff-Strategie und dem Wasserstoffbeschleunigungsgesetz setzt die Bundesregierung eben auf Wasserstoff eigentlich auch auf grünen Wasserstoff.
00:05:52: Nun sagen Expertinnen ja das ist alles viel zu langsam wir brauchen mehr Tempo.
00:05:57: was ist ihre Analyse?
00:05:59: Woran hakt es?
00:06:00: Es sagt daran dass wir in der Vergangenheit so langsam gewesen sind in vielen Bereichen.
00:06:04: deswegen ist jetzt auch das Ziel was wir mit dem Wasserstoff Beschleunigung Gesetz verfolgen dass die Verfahren beschleunigt werden, das aber auch der Anwendungsbereich ausgedehnt wird.
00:06:14: Das ist jetzt schon mal was Wichtiges für den Ausbau der Infrastruktur, dass sie auch die komplette Lieferkette mit im Blick haben.
00:06:20: Aber natürlich wird der nächste große Schritt sein wie schaffen wir es überhaupt den Wasserstoff ins Netz zu bringen?
00:06:26: Das heißt entweder im Inland zu produzieren oder eben zu importieren und da geht's natürlich dann auch darum wie wir in Zukunft erstmal den Wasserstoff definieren möchten, den wir in Deutschland zur Verfügung haben und den wir auch in Deutschland verwenden möchten.
00:06:39: Und das ist, glaube ich ein ganz großes Thema oder wird ein großes Thema werden, dass wir auf europäischer Ebene nochmal adressieren müssen um eben diesen Markthochlauf wirklich zu
00:06:47: ermöglichen.".
00:06:48: Was ist Ihre Analyse Herr Quizzo?
00:06:50: Also wo man hakt es, ist es sozusagen auch wirtschaftlich genug auf Wasserstoff umzustellen weil's ja schon dann insgesamt wahrscheinlich eine sehr kostenintensive Technologie ist.
00:07:02: Also eigentlich ist es die gleiche Herausforderung wie in allen Technobereichen, wo wir jetzt umstellen müssen auf ganz andere Technologien.
00:07:09: Das heißt ganz am Anfang sind die Kosten viel, viel höher weil man eben auch keine Lernkurve hatte also kein Lernprozess über den Technogen jeglicher Art mit der Zeit immer günstiger werden vor allem wenn auch die Industrieproduktion dieser Technologin skaliert wird.
00:07:24: Die Skaleneffekte sind unheimlich wichtig aber auch dieser Lerneffekt überzeit und diesen Prozess sind wir mit den Wasserstofftechnologien in der Form noch nicht durchlaufen und stehen dann noch relativ am Anfang.
00:07:36: Muss ich vielleicht nochmal eine Erinnerung rufen, in Deutschland hat die Förderung der Neuerbahnenergien Anfang der Neunziger angefangen ist dann Ende des Jahrhunderts nochmal zu sagen neuen Schwungen bekommen.
00:07:51: Und nach zwanzig dreißig Jahren waren dann die Kosten so da wo man sie haben wollte wo sie jetzt auch sind sehr sehr wettbewerbsfähig.
00:08:00: trotzdem noch Herausforderungen, was die Systemintegration angeht.
00:08:03: Aber diesen Prozess muss der Wasserstoffsektor eben auch einfach
00:08:07: durchlaufen.".
00:08:09: Wenn man jetzt mal sich ganz konkret die Industrie anschaut, die da von profitieren könnte also von einer Umstellung auf Wasserstoffstrategie... Was raten Sie Stahlproduzenten in Europa oder auch in Deutschland?
00:08:23: Wie sollen sie dekarbonisieren.
00:08:25: Also es gibt ja schon Ansätze, wenn man jetzt in Deutschland guckt ich glaube Saarstahl setzt schon auf grünen Wasserstoff die Salzgitter AG, Tüssen Krupp auch aber zum Beispiel Arcello Mithal hat die Wasserstoffproduktion wieder eingestellt weil's eben nicht wirtschaftlich genug ist.
00:08:39: was raten sie zu diesem jetzigen Zeitpunkt?
00:08:42: also was unumgänglich ist dass das einen Abnehmer gibt für den grüten Stahl und wir hatten zurück wieder zu den erneuerbaren Energien eben beim Stromkunden diesen Abnehmer damals, als wir angefangen haben mit der Förderung von den Neuerbahnenergien und beim grünen Stahl.
00:08:57: Haben wir diesen Abnehmer in der Form noch nicht?
00:08:59: Es gibt natürlich Firmen in der Automobilbranche beispielsweise die auch digamonisieren wollen und sagen ja Wir kaufen auch einen gewissen Anteil Grünen Stahl dann um unsere Ziele an der Stelle zu realisieren aber wir haben noch nicht Den Umfang an Nachfrage für Grünen stahl den wir brauchen, um dann eben diesen ersten Schritt gehen zu können.
00:09:19: Um die Skyland-Effekte zu erschließen und die Kosten wieder runterzubekommen.
00:09:25: Herr Grammling was ist denn der Plan der Bundesregierung in Bezug auf Wasserstoff und Versorgung für die Industrie?
00:09:33: Also die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zum Beispiel kritisiert das Gesamtkonzept des Bundes bisherfehle.
00:09:40: Was sagen Sie?
00:09:41: Was ist da der Plan?
00:09:43: Also wenn wir das gesamte Energiesystem nehmen, dann muss man erstmal feststellen dass die Bundesregierung aktuell erst mal wieder zusammenhängig gemeinsam denkt und nicht nur sagt man möchte jetzt erneuerbare Energien ausbauen sondern auch sagen wo es in die Systemdienlichkeit ist.
00:09:58: Und ich glaube ein sehr wichtiger Ansatzpunkt weil wir in der Vergangenheit in einer Situation gewesen sind, wo's natürlich erstmal sinnvoll gewesen ist, dass wir erneuerebare Energiene ausbaut aber jetzt eben diese Systemdiendlichkeit am Ende des Tages auch die Möglichkeit in den Fokus rücken müssen.
00:10:13: Wie schaffen wir es dann auch diese erneuerbare Energie dorthin zu bekommen, wo sie benötigt wird?
00:10:18: Stichwort Netzausbau, auch stichwort Speicher.
00:10:21: Das sind riesen Herausforderungen die auch auf der einen Seite natürlich erstmal realisiert werden müssen und auf der anderen Seite auch finanziert werden müssen.
00:10:28: das sind wir gerade im Gespräch auch wie man das vielleicht besser gestalten kann.
00:10:31: aber allein weil dieser diese Fokussierung darauf dass wir sagen Wir möchten Erneuerbarer Energien haben aber auch dort erst mal wo sie systemdienlich sind und was ja auch dem System nutzen, ist glaube ich ein wichtiger Ansatzpunkt.
00:10:43: Und wir müssen dann schauen dass wir den Unternehmen die Möglichkeit geben dann auch eben für den Markt zu produzieren und es ja gerade einen Punkt gewesen auch in Bezug auf grünen Wasserstoff das für viele Unternehmen noch zu teuer gewesen ist.
00:10:55: Das heißt sie müssen schauen wie kriegen wir die Kosten runter?
00:10:57: Wie schaffen wir es da auch diesen Markthochlauf zu beschleunigen wo wir in der Vergangenheit zu langsam gewesen sind, wo wir aus meiner Sicht teilweise Definitionen haben, die einfach so kleinteilig geregelt wurden sind.
00:11:08: Da müssen wir die Leitplanken etwas breiter setzen um eben zu schauen dass wir den Wasserstoff in die Pipeline kriegen und ich bin davon überzeugt das wenn dann der Wasserstoff da ist, dass er dann auch sehr schnell in Bereichen Abnehmer finden wird über die wir heute vielleicht noch gar nicht nachdenken.
00:11:23: Was sind da so ihre Ideen Herr Quizzo?
00:11:26: Um diese Transformation wirtschaftlicher zu machen und eben auch machbar hinzubekommen für die Industrie?
00:11:34: Also vielleicht noch einen Schritt zurück.
00:11:36: Ich glaube, es wird viel darüber gesprochen, dass man die Sachen wirtschaftlicher haben will.
00:11:41: Aber wenn sie am Anfang nicht wirtschaftlich sind kann man lange darüber reden aber die werden dadurch nicht wirirtschaftlicher.
00:11:47: also auch wenn man das Fördersystem umstellt und so weiter Wenn die Technologien am Anfang einfach teurer sind dann sind sie teurer und da muss das jemand bezahlen.
00:11:54: ich glaube, dass ein guter Weg ist eben auf die Endprodukte zu gucken und zu sagen ja das Auto kostet wenn es eben grün stahl Verwendet also in der Herstellung zwei, dreihundert Euro mehr.
00:12:06: Da muss man überlegen welcher Autokäufer kann diese dreihundert Euro finanzieren?
00:12:11: Wenn ja meine Meinung sind dass es bestimmte Autokkäufer gibt für die das nicht sinnvoll ist weil dann einfach der Autokorf nicht möglich ist Dann können wir da nicht ansetzen.
00:12:22: aber wir können vielleicht überleben ob es doch irgendwelche kategorien von autos-autokäufern gibt wo man sagt das gar kein problem das auto kostet fünfzigtausend euro Dann kostet es eben fünfzigtausend Euro plus dreihundert Euro und dann wird dieser Autokäufer auch weiter seine Autos kaufen.
00:12:37: Aber meines Erachtens können wir nicht bei dem Umfang der Herausforderungen, die wir haben und der verschiedenen Technologieväter – das geht ja nicht nur um Wasserstoffen und Stahl!
00:12:45: Es geht um viele Technogieväter.
00:12:46: Wir müssen für alle nach und nach Lösungen finden.
00:12:49: Da müssen wir wirklich in diesen Endverbrauchermärkten gucken, dass dort Prämien erzielt werden können, um diese Technologiekosten am Anfang der Lernkurve zu
00:12:58: finanzieren.".
00:12:59: Wenn wir jetzt aber nochmal zurückgehen auf die Schwerindustrie, also chemische Industrie, Stahlindustrie direkt.
00:13:06: Wie kann dort eben Unterstützung stattfinden um diese Umstellung zu ermöglichen?
00:13:12: Ja so ganz konkret im Stahlsektor wird ja gesprochen darüber dass die sogenannten CO² Flottengrenzwerte da möchte man ein bisschen flexibler werden und eben nicht nur die Emissionen die bei der Nutzung des Autos anfallen sondern eben auch CO² Emission im Rahmen der Produktion der Autos, dass man die dort mit einbezieht.
00:13:32: Das ist eine Möglichkeit um dann vielleicht auch Anreize zu schaffen, um eben diese Prämie im Rahmen des Auto-Baus sozusagen unterzubringen und in diesem Förderregime zu verankern.
00:13:43: Das eine Möglichkeit.
00:13:44: es gibt mit Sicherheit auch andere Möglichkeiten zu sagen das bestimmte Autoklassen einfach verflichtend CO² Freien Stahl verwenden sollen Kann man auch verknüpfen, natürlich.
00:14:00: Das kann dann auch wieder unterstützt werden von der Bundesregierung für diese europäische Regulierung.
00:14:04: Wir reden jetzt gerade von Stahlindustrie also von Schwerindustrie.
00:14:08: Wie sieht es denn aber eigentlich in diesen anderen Bereichen aus?
00:14:11: Also bei kleinen und mittelständischen Unternehmen die profitieren ja nicht vom Industriestrompreis?
00:14:17: Welche Pläne haben Sie dafür?
00:14:19: Natürlich muss es als Politik immer darum gehen dass wir das große ganze Blick haben Und da gibt's dann wie so häufig im Leben viele Stellschrauben an denen man drehen kann auch an denen man teilweise drehen muss.
00:14:31: Und wenn wir sagen, die Energiekosten sind so hoch dann gibt es verschiedene Möglichkeiten dem zu begegnen.
00:14:36: Gibt's natürlich das Thema Industriestrompreis wo ist aber nur ein gewisser Kreis an Unternehmen davon profitieren?
00:14:43: Wir haben das Thema Strompreis.
00:14:46: Wir haben dieses Thema Netzengelde wo wir auch angegangen sind was und auch alle Abnehmer am Ende des Tages entlastet.
00:14:53: Aber da gibt es viele Stellschrauben wo wir dran drehen aber am ende des tag.
00:14:55: jetzt geht es natürlich immer darum dass ein gewisses Angebot auch einen Preis vorgibt.
00:15:00: Und gerade, wenn man das Thema Wasserstoff nimmt unter der Ampelregierung hat Norwegen die Pipeline leider erstmal beerdigt von Norwegen nach Deutschland was glaube ich aus meiner Sicht ein sehr gutes und auch wünschenswertes Projekt gewesen wäre auch in dem Gesichtspunkt der Resilienz im Bereich Rohstoff aber auch der Energieversorgung von Deutschland.
00:15:19: und ich glaube diese Gespräche müssen wir wieder aufnehmen in den nächsten Wochen und Monaten um hier auch voranzukommen und auch gerade mit Partnern die zuverlässig gegenüber Deutschland sind und auch die zuverlässigere Referenz sind, die auch politisch uns sehr nahestehen.
00:15:36: Dass wir diese Kooperation stärker jetzt in den Blick nehmen um eben unsere Resilienz zu stärken weil es oder am Ende des Tages genauso auch Auswirkungen auf dem Preis haben wenn sie einmal zur Zuspitzung kommen
00:15:47: sollte.".
00:15:48: Von welchen Partnern reden Sie da konkret?
00:15:52: Thema unserer europäischen Nachbarn, die direkt vor der Haustür ist sind.
00:15:55: Auch in Bezug auf Wasserstoffe ist natürlich gerade Spanien ein sehr attraktiver Partner sein auch mit der H-II-Methis eine europäische Pipeline von Spanier über Frankreich nach Deutschland wo wir europäisch denken aber natürlich auch darüber hinaus.
00:16:09: gerade insbesondere Kanada ist glaube ich ein Land mit einer sehr liberalen Demokratie wo wir schauen müssen wie wir da stärker in Kooperationen kommen im Bereich Energie und Rohstoffe bisschen mehr machen, als es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.
00:16:23: Es gibt ja auch zum Beispiel mit Namibia ein Projekt heifen wo auch die Bundesregierung unterstützend wirkt.
00:16:32: Ist das auch ein Projekt was weiter gefördert werden soll?
00:16:36: Das ist ein Projekt, das wo man sehr viel Hoffnung drin hatte und da ist jetzt so wie allgemein die letzten Monate verlaufen sind in der Wasserstoffbranche dass von einem gewissen von einer gewissen Euphorie gekommen ist und jetzt ein bisschen im Tal der Realität gerade in der Branche angekommen ist, was per se nichts Negatives sein muss.
00:16:57: Falls er eben auch darum geht, was es dann wirklich am Ende machbar ist – was das kein Wunsch denkt, sondern was auch wirklich machbar.
00:17:02: und was ist Realität?
00:17:02: Was ist umsetzbar?
00:17:04: Die Realität und das Umsetzbare hat mir ja gesehen teilweise bei den Stahlwerken wo dann Förderung wieder zurückgegeben wurde.
00:17:10: Das ist natürlich eine Situation mit der wir uns als Politik nicht zufrieden geben dürfen.
00:17:14: Da müssen wir denn hinterfragen... Warum hat es ja nicht funktioniert?
00:17:17: Was können wir vielleicht besser machen, welche Rahmenbedingungen müssen wir anpassen.
00:17:20: Und das sind wir aber wieder aus meiner Sicht bei dieser teilweise zu kleinteiligen Regelung beim Thema Wasserstoffhochlauf.
00:17:26: Wenn ich mal vergleichen darf mit der Elektromobilität – wenn man sagt ein Auto eine Elektroauto darf nur mit Strom aus der Neuerbahn gefahren werden und der Strom muss aber wenige Minuten vor der Verwendung dann auch produziert werden so ist es ja bei der Definition von grünen Wasserstoff.
00:17:41: da wird kein Elektroautor auf der deutschen Straße fahren oder sehr weniger als es heute der Fall ist.
00:17:45: Da braucht man eben am Anfang diese Öffnung.
00:17:47: Natürlich ist es ziel, dass die Elektroautos, die in Deutschland auf der Straße fahren mit erneuerbaren Energien geladen werden – mit Strom aus Sonnewind und darüber hinaus.
00:17:56: Es ist ziel aber natürlich kann man jetzt am Anfang beim Hochlauf auch nicht vorschreiben das jedes Auto per Seder mitfahren muss weil es auch glaube ich gar nicht umsetzbar und möglich ist.
00:18:05: Und deswegen brauchen wir da auch bei dem Thema Wasserstoff einfach diese breiteren Leitblanken um erstmal den Wasserstoff nach Deutschland zu kriegen um den Hochlauf zu ermöglichen ja auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen angesprochen.
00:18:16: Ich habe bei mir selber im Wahlkreis unternehmen, die würden gerne den Schritt gehen sagen aber ja woher kommt denn der Wasserstoff?
00:18:22: Man ist er bei mir und zu welchem Preis?
00:18:23: und deswegen planen sie gerade nicht und haben Vorlaufzeiten von sechs, sieben, acht Jahren und deswegen orientieren sich in eine andere Richtung.
00:18:31: natürlich wird es so sein dass einige Bereiche auch in Zukunft noch viel stärker elektrifiziert werden.
00:18:38: Aber natürlich brauchen wir am Ende auch eine Lösung mit Molekülen Und da heißt eben Wasserstoff aus meiner Sicht Das mosaiksteinchen, das wesentliche Mosaiksteinchen.
00:18:45: Dass wir brauchen auch für den Wirtschaftsstand der Deutschlandes Puzzlestück auf das wir angewiesen sind und deswegen müssen wir auch gucken dass wir den Wasserstoff wirklich nach Deutschland kriegen.
00:18:55: Dass es ein Angebot ist für die Unternehmen, dass sie dann auch entsprechend umstellen können.
00:19:00: Sehen Sie das auch so, Herr Quizzo?
00:19:02: Dass man sozusagen die Leitplanken ein bisschen weiter voneinander entfernt aufstellt.
00:19:08: Sozusagen sich da mehr öffnet um überhaupt den Wasserstoff-Hochlauf zu ermöglichen.
00:19:14: Also ich persönlich sehe es auch so.
00:19:16: Ich denke dass diese Regulierung die man da entworfen hat Die ist nachvollziehbar.
00:19:20: Wer Grammling gesagt hat schreibt man dass Den Elektroautonutzern Auch nicht vor dass der Strom der genutzt wird ausschließlich aus erneuerbaren kommen muss So macht das im Übrigen auch China.
00:19:30: China baut massiv grüne Wasserstoffproduktion aus, ist aber bei der Nutzung von Wasserstoff zum Beispiel bei der Decarbonisierung von Stahlprozessen deutlich flexibler.
00:19:41: jetzt zum Anfang man kann auch grauen Wasserstoff einsetzen.
00:19:44: es geht einfach darum diese Technologie einzusetzen für die Produktion von Stahl.
00:19:50: also dass man diese Technologie entwickelt und gleichzeitig baut man eben massiv den grünen Wasserstoff aus und irgendwann sollen die zwei Positstücke dann ineinander greifen.
00:19:58: Wir müssen unbedingt parallel die Erneuerbaren ganz massiv ausbauen, aber das muss nicht unbedingt verzahnt sein politisch mit dem grünen Wasserstoff.
00:20:08: Man könnte sich zum Beispiel ein Modell vorstellen dass die ersten hundert Gigawatt in Europa ausgebaut werden ohne diese Vorgabe ausgebaut und erst wenn dann bestimmtes Gigawattsziel erreicht wird, dass man dann anfängt Verpflichtung zu knüpfen, dass man eben auch erneuerbare Energien ausschließlich nutzt.
00:20:29: So ähnlich hat man das auch mit dem sogenannten Atmen im Deckel früher gemacht bei den Erneuerbaren Energien.
00:20:33: Da hat man immer gewartet bis man ein gewisses Ziel erreicht hatte und dann ist die Förderung abgesenkt worden.
00:20:38: Das war so ein jährliches... Es hat es nicht so lange gegeben.
00:20:41: aber das war auch so, dass mal eben bestimmte Ausbauzeilen dann vorausgesetzt haben für die Fördere.
00:20:46: Aber besteht da nicht die Gefahr, dass das ganze Ziel grünen Wasserstoff am Ende zu haben verwässert?
00:20:54: Das eigentliche Ziel ist erst mal, dass wir Wasserstoff bekommen und haben.
00:20:58: Und dass wir auch Industrieprozesse auf Wasserstoff umstellen können.
00:21:02: Die Diskussion, die wir gerade führen über den grünten Wasserstoff es ist ja in der Sache richtig und auch gut gemeint gewesen.
00:21:08: nur mehr haben wir dann Deutschland den Fehler gemacht, dass wird gleich mit dem hundert Prozent Ziel in die ganze Planung gegangen sind und es auch schon so ein kleinteilig Grunde gebrochen haben, dass es dann aber in der Wirtschaft nicht funktioniert hat.
00:21:22: Und ich glaube gerade das ist ein Punkt den wir beim Thema Wasserstoff sehen, aber auch in anderen Bereichen wo wir erstmal schauen müssen was ist denn möglich?
00:21:29: Was ist denn realisierbar?
00:21:31: Wie schaffen wir es denn erst mal jetzt in dem Fall den Wasserstoff in die Leitung zu kriegen in Anwendungen zu bekommen und wenn es dann funktioniert, dass sie dann sagen okay jetzt wollen wir schauen wie wird es noch nachhaltiger schaffen Und da mal aus meiner Sicht ein bisschen das Kind mit dem Bad ausgeschüttet, weil man einfach von Anfang an einfach zu viel wollte und damit den ganzen Hochlauf gefährdet hat.
00:21:50: Weil es eben nicht bezahlbar ist.
00:21:53: Natürlich gehört dann auch dazu dass wir sagen beim Hochlauf, dass man erstmal auch schaut welche Bereiche sind jetzt vielleicht nicht ganz so preissensible?
00:22:00: Wo kann man vielleicht erst einmal stärker reingehen wo es dann auch der Kunde bereit, vielleicht ein paar Euro mehr zu bezahlen für das Endprodukt wenn's eine entsprechende Nachhaltigkeit hat um dann schon die Nachfrage zu generieren um am Ende des Tages auch für andere Bereiche, die preisinziplos sind.
00:22:16: Dann auch hier den Ansatz zu kriegen dass eben der Preis für Wasserstoff niedriger wird und dadurch dann auch die Nachfrage weiter
00:22:23: steigt.".
00:22:25: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft plädiert für die Herstellung von Kohlenstoffarmen Wasserstoffeben aus fossilen Brennstoffen auch aus Strom aus Kernenergie.
00:22:36: dem würden sie zustimmen?
00:22:38: Wir brauchen für den Wasserstoffhochlauf erstmal ausreichend Wasserstoff und ich glaube, da müssten wir erst mal zurückstellen wie der Wasserstoff produziert wird.
00:22:45: Moleküle haben erstmal keine Farben.
00:22:46: das es Ziel bleibt dass wir über das Thema Wasserstoff nachhaltiger werden möchten Das eint uns alle.
00:22:53: aber die Frage ist halt wie wir das Ziel erreichen?
00:22:55: Und ich glaube es bringt nichts damit ein Ziel verfolgen mit wünschenswerten Zielen und Vorstellungen Aber danach des ziel nicht erreichen da man glaube ich gar nichts gewonnen.
00:23:04: deswegen müssen wir schauen dass dieser Weg gangbar wird.
00:23:08: Ich wollte vielleicht nur noch ganz kurz klarstellen, als ich vorhin gesprochen habe, hab' ich wahrscheinlich auf grünen Wasserstoff hingewiesen und dass man da sehr strenge Regeln hat die man vielleicht etwas lockerer auslegen könnte weil sie in der Anfangsphase einfach nicht so wichtig sind.
00:23:21: meines Erachtens jetzt haben wir sozusagen zweites Thema aufgemacht soll jetzt noch zusätzlich gasbasierter Wasserstoff mit Kohlenstoffabscheidung mit CCS Technologien gefördert werden, habe ich jetzt rausgehört und ich denke das ist.
00:23:35: noch mal eine zweite Fragestellung.
00:23:37: Welche Rolle spielt denn dann CCS- und CCU also die Abschaltung und Speicherung und auch Weiternutzung von CO² in den nächsten Jahren?
00:23:45: Auch gerade in Bezug auf den Einsatz von Wasserstoff?
00:23:49: Also wenn Leute von diesem CCS in Kombination mit Wasserstoffproduktionen sprechen sage ich immer wir sollten eigentlich allgemeiner erst einmal über CCS sprechen.
00:23:59: es ist sinnvoll CCS zu fördern.
00:24:01: Wir brauchen CCS-Technologien für unterschiedliche Sektoren.
00:24:04: Es gibt Sektor, die kann man nicht anders dekommunisieren.
00:24:07: Wir hatten jetzt gesprochen darüber, dass es bestimmte Sektore gibt.
00:24:09: Die kann man elektrifizieren und darüber dekommenisieren.
00:24:12: dann gibt es welche wo man Moleküle braucht Dann braucht man eben diesen Wasserstoff wenn man CO² neutral sein will.
00:24:18: aber dann gibt das eben auch Sektorn wo man auch mit dem Wasserstoff nicht alles wegbekommt und ist zum Beispiel die Zementindustrie.
00:24:25: Die brauchen unbedingt diese CCS Technologien.
00:24:27: Das heißt es lohnt sich auf jeden Fall CCS-Technologien zu entwickeln und diesen Sektor zu fördern.
00:24:34: Ob man das jetzt wirklich für die Herstellung von Wasserstoff einsetzen sollte, ist für mich eine etwas offene Frage weil es geht in der Tat um die Frage wie klimafreundlich ist denn dieser Wasserstoff am Ende?
00:24:48: Und das Problem bei gasbasierter Wasserstoffherstellung hat Methanemissionen in der Vorkette.
00:24:54: also wenn man dieses Erdkass extrahiert hat man Emissionen, Methane-Emissionen die auch sehr klimaschiblich sind.
00:25:02: Sutzsätzlich hat man bei dem CCS Prozess auch Verluste.
00:25:06: Es geht auch CO² verloren.
00:25:07: das wird nicht alles abgestiegen und eingespeichert.
00:25:10: Und der Teufel ist ein bisschen im Detail wenn man bei diesen zwei Stellschrauben nicht gut genug ist dann lohnt sich das nicht wirklich.
00:25:19: und dann kommt es noch hinzu dass auch nicht wirklich billig weil es wird oft gesagt es ist günstiger als grüner Wasserstoff als die Produktion von Wasserstoff aus einem neuerbaren Energien.
00:25:30: Aber da müssen wir noch sehen, ob das wirklich der Fall ist?
00:25:34: Man kann es immer leicht zu sagen ja, das bestehende Fördersystem ist nicht ausreichend berochen und auch was anderes.
00:25:40: aber wenn jetzt das andere auch noch gefördert wird muss man genau aufpassen dass auch genau nachgewiesen werden kann zum Beispiel dieses Produkt was dann gefördert wird auch wirklich immer freundlicher ist als das Erdgas so was man herkömmlicherweise stattdessen einsetzen würde.
00:25:55: Wie ist da Ihre Haltung zu CCS und CCU-Förderung?
00:26:00: CCS & CCU ist erst mal eine Möglichkeit, um den Ausstoß von Emissionen zu verhindern oder auch zu verringern.
00:26:06: Deswegen erstmal eine Möglichkeit die wir nutzen sollten in der jetzigen Zeit.
00:26:10: Und deswegen ist es eine Technologie, die wir in dem Blick nehmen – auch im Gesichtspunkt der Technologioffenheit.
00:26:15: aber für mich ist klar als Bezug auf Wasserstoff dass ich diese Technologie jetzt nicht prioritär bei uns in Deutschland für den Wasserstoffproduktion C, weil ich glaube wenn wir über den Wasserstoff-Hochlauf sprechen ist uns auch klar dass wir erst mal auf Importer angewiesen sein werden.
00:26:32: und gerade da müssen wir eben schauen das wir diese Offenheit haben.
00:26:35: Dass die Pipeline die ich vorhin angesprochen habe aus Norwegen ist ja auch daran gescheitert weil es eben nicht der grünen Definition von Wasserstoff nach unserem Mundstenken entsprochen hat.
00:26:45: aber ich sehe Bereiche wo's sinnvoll ist was auch in Deutschland sinnvolle ist.
00:26:48: aber ich würde jetzt im Bezug auf die Produktion von Wasserstoffs in Deutschland jetzt als prioritäre Technologie sehen.
00:26:54: Ich höre den Begriff Offenheit und würde jetzt ergänzen und erweitern Technologieoffenheit, was steckt für Sie hinter diesem Begriff?
00:27:03: Ja, Technologie-Offenheit ist für mich ein Begriff, dass wir erstmal unseren Ingenieuren noch bisschen mehr zutrauen.
00:27:09: Jetzt komme ich aus Baden-Württemberg, wer hat mal auf der Welt das Problem im Ozonloch, FCKW, da hätte man damals sagen können naja wo es in FCKw drin unter anderem die Kühlschränke verbieten weil es ja was da mit drin ist.
00:27:23: Hat man damals nicht gemacht, sondern es gab dann einen Baden-Württembergischen Unternehmer der Tüftlergeist hatte, der dann gesagt hat okay ich schaffe es ein Kühlschrank wo zu produzieren herzustellen ohne FCKW.
00:27:34: und das war jetzt ein Kühlschrank der am Ende umweltfreundlicher war und günstiger.
00:27:38: und jetzt kann ich nur sagen als jemand der aus dem Schwabenland kommt dass der Preis durchaus auch ein Argument ist wenn es die Kaufentscheidung geht.
00:27:46: und wenn dann etwas günstigere ist und besser dann kaufen wir das auch.
00:27:49: und deswegen wurde damals zum Glück der Kühlschrank nicht verboten, sondern man hat ihn besser gemacht.
00:27:53: und gerade diese Offenheit auch gegenüber neuen Wegen.
00:27:56: Und ich glaube dass da auch gerade in der jetzigen Zeit noch sehr viele Möglichkeiten bestehen, auch gerade im Bereich Nachhaltigkeit wo wir besser werden können mit technischen Lösungen.
00:28:05: und dann müssen wir diese technische Lösungen auch ermöglichen und es nicht anderen überlassen.
00:28:09: Herr Quizzo was kommt bei Ihnen sozusagen in den Sinn wenn Sie Technologieoffenheit hören?
00:28:15: Also ich stimme zu, dass wir auf jeden Fall offen sein müssen für unterschiedliche Technologien im Rahmen dieses Dekondisierungsprozesses.
00:28:21: Es hat ja schon angesprochen CCS.
00:28:23: Wir brauchen CCS für bestimmte Prozesse.
00:28:25: Man muss aber auch ein bisschen vorsichtig sein weil da kann man nicht sagen Ja, wir gucken mal was der Ingenieur irgendwie raushüftelt und dann wird sich das schon von alleine irgendwie ergeben sondern wir müssen eben diese großen Weichenstellungen auch vornehmen Und deswegen muss man an der einen oder anderen Stelle auch Mal eine technologiespezifische Entscheidung treffen.
00:28:44: Also wollen wir jetzt den grünen Wasserstoff fördern, wollen ein Pipeline-Netzwerk dafür aufbauen.
00:28:48: Das ist eine große politische Entscheidung.
00:28:52: Genau deswegen Technologieoffenheit muss nicht heiße Technologie Neutralität weil wir müssen auch um den verschiedenen Technologien fahren eine Chance zu geben bestimmte Weichenstellungen vornehmen um dann eben auch weiterhin Technologie offen zu sein.
00:29:05: Weil wenn man einfach nur technologisch neutral ist, dann bleiben wir nämlich bei den alten Technologien.
00:29:10: die sind ausgereift, die funktionieren, die sind kostenkünstig aber sie verursachen eben CO².
00:29:15: Also ich höre ein bisschen raus dass man auch eine Priorisierung braucht.
00:29:18: eigentlich
00:29:20: Ja man muss auch politisch priorisieren welche Technologin möchte man besonders stark fördern?
00:29:24: Welche weniger stark?
00:29:27: Wo setzt man als erstes an?
00:29:28: Wo sieht man vielleicht auch Webvorteile für die eigene Wirtschaft, dass man da vielleicht etwas schneller und stärker fördert weil man sich davon verspricht das eben in die eigene wirtschaft davon profitiert.
00:29:40: Und deswegen ja Technologieoffenheit unbedingt.
00:29:43: aber man muss eben auch als Volkswirtschaft und als Regierung im Rahmen einer Volkswirtschaft bestimmte technologische Entscheidungen auch treffen und den Mut haben sie zu treffen.
00:29:53: Welchen Mut wollen Sie denn aufbringen, um sozusagen genau diese Priorisierungen vielleicht auch in der Hightech-Agenda?
00:29:59: Was steht denn da eigentlich genau dazu drin zu treffen.
00:30:03: Es ist eine sehr charmante Überleitung weil es natürlich darum geht dass wir als Politik Vorgaben machen müssen aber für mich an erster Stelle erst mal steht das wie ein Ziel ausgeben und dass wir dann sagen liebe Wissenschaft schaut wir mit der Wirtschaft noch mehr die Gesellschaft.
00:30:17: am Ende des Tages muss ja auch akzeptiert werden.
00:30:20: siehe die Energiewende anhand der Bezahlbarkeit ... ähm, der Energie.
00:30:25: Ist ja auch immer so eine Frage, wo ist die Akzeptanz?
00:30:27: Und am Ende des Tages kann noch was erfolgreich sein wenn auch die Akzeptanz da ist.
00:30:31: Das heißt dass wir einen Ziel vorgeben und dann sagen liebe Wissenschaft schaut mit Wirtschaft und Gesellschaft welche Möglichkeiten wir haben.
00:30:38: Natürlich gehört dann, wenn man ein Ziel ausgibt auch dazu das man gewisse Leitplanken setzt aber man darf eben nicht zu sehr ins Kleinkleine kommen.
00:30:46: Und ich glaube gerade mir der Hightech-Agenda.
00:30:49: Wenn ich dir jetzt mir vor Augen für im Bezug auf Welche Relevanz hat die Hightech-Agenda im Bereich der Energiepolitik oder auch der Energieversorgung?
00:30:59: Da muss man sagen, dass man auf der einen Seite einen Innovationspartnerin hat mit dem Thema Fusion.
00:31:05: Fusionskraftwerke, wo wir auch in Deutschland wirklich Unternehmen haben, die international an der Weltspitze mitstehen und ein Bereich, wo gerade sehr viel privates Kapital investiert wird – das heißt auch hier im Themenkomplex wo gerade eine sehr, sehr große Dynamik drin ist.
00:31:22: Wir haben das Thema Schlüsseltechnologien, die auch eine sehr große Rolle spielen können in Bezug auf die Energiewende mit künstlicher Intelligenz und mit Mikroelektronik aber natürlich auch mit der Digitalisierung der Netze, wo wir noch vieles möglich machen im Bereich der erneuerbaren Energien.
00:31:40: Und da dritte Punkt ist dann natürlich noch der Fokus darauf dass wir in Deutschland schneller werden müssen wenn es darum geht wie schafft man den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu verbessern.
00:31:51: Das heißt, dass unsere Errungenschaften die wir auch gerade in der Grundlagenforschung haben das für die schneller auch in die Industrien die Wirtschaft bringen um daraus eine Wertschöpfung zu generieren.
00:32:04: Ich ineinander gerne des Thema MP-III.
00:32:06: Technologie ist eine Technologie die in Deutschland vom Fraunhofer Institut entwickelt wurde.
00:32:12: dann wollte in Deutschland in der Wirtschaft niemand diese Technologie übernehmen und am Ende hat es einen Konzern in Amerika mit dem Abfall groß gemacht.
00:32:19: Es war mit einer der Gründe, warum diese Firma wirklich so in den Massenmarkt gestartet ist.
00:32:24: Mit nur deutschen Entwicklungen und ich glaube sowas können wir uns gerade nicht mehr erlauben dass wir solche herausragenden Ideen dann anderen Ländern und anderen Firmen überlassen die denn die Wertschöpfung daraus ziehen.
00:32:35: und deswegen es sehr wichtig das wir's einfach schaffen schneller zu werden beim Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft herausragenden Ideen, die wir in Deutschland haben.
00:32:45: Wir sind immer noch sehr stark auch beim Thema Patentanmeldungen.
00:32:48: sehr gut, dass wir dann aber auch schaffen, dass sie wirklich dieses Wissen in Deutschland halten und auch die Wertschöpfung insbesondere in Deutschland.
00:32:55: Herr Quizzo was sind da so ihre Erfahrungen oder Erkenntnisse aus ihren Forschungsprojekten?
00:33:00: Wie kann Wissenschaftstransfer in die Politik auf allen Dingen auch in die Wirtschaft schneller und besser gelingen und nachhaltiger sein?
00:33:07: Also ich hatte jetzt schon ein paar mal die Nachfrageseite angesprochen und ich glaube einen Weg den man der sehr bekannt ist, der funktionieren kann über die öffentliche Beschaffung.
00:33:18: Also in den USA wird das vielfach vom Verteidigungsministerium gemacht, dass dann wirklich sehr innovative Technologien beschafft werden und dann entwickelt werden.
00:33:28: aber das kann man natürlich übertragen auf andere Sektoren oder auf andere Bereiche.
00:33:33: auch die Impfstoffe In der Pandemie wurden durch öffentliche Beschaffung sozusagen unterstützt, man hat Abnahmeverträge geschlossen bevor die Impfstoffe entwickelt waren.
00:33:44: Solche Ansätze kann man natürlich auch nutzen um die ganze Bandbreite an Technologien zu unterstützen.
00:33:49: und man sagt man setzt sich ein Ziel und sagt wenn dieses Ziel erreicht wird, wenn diese Technologie geliefert werden kann dieses Ziel die diese Merkmale hat den man vorgibt dann gibt es eben diesen Abnahmevertrag.
00:34:01: das ist ein Instrument was funktionieren kann.
00:34:04: aber allgemeiner ist glaube ich muss man viel über Abnahme über Nachfrage seitige Politik gehen, dass man eben Märkteschaft im Nachfrage schafft die dann den Anreiz bieten zu investieren.
00:34:18: Was wünschen Sie sich jetzt von der Politik in Bezug auf Dekarbonisierung und Einsatz zum Beispiel auch von Wasserstoff?
00:34:26: Was in nächster Zeit passieren soll Herr Quitzow?
00:34:29: Ich denke man muss aufpassen was man jetzt sagen diese doch relativ kurze Phase die noch nicht Erfolg geführt hat im Sinne von, dass man jetzt den Wasserstoff zu so günstigen Preisen hat wie man das Erdgras heute bekommt.
00:34:44: Dass man deswegen sozusagen nicht aufgibt.
00:34:47: also man muss sagen weitermachen genauso wie man es bei anderen Technologien getan hat und auch noch tun muss.
00:34:54: wenn es eben nicht möglich ist die CO-Ziele zu erreichen mit der jeweiligen Technologie dann ist das eben auch ein Grund nicht so stark zu fördern.
00:35:05: Ich denke, dann kann man auch von Projekt zu Projekt entscheiden ob eine Technologie gefördert werden soll oder nicht.
00:35:12: Was brauchen Sie noch vor der Wissenschaft um gute Entscheidungen diesbezüglich treffen zu können?
00:35:18: Also von der Wissenschaft brauchen wir erstmal immer die besten Ideen von den besten Köpfen, die wir in Deutschland haben.
00:35:23: und da bin ich auch wie gesagt sehr zuversichtlich dass wir auch in Zukunft in dem Bereich Technologien aber auch gerade das Thema Nachhaltigkeit also da auch in den nächsten Jahren Jahrzehnten Meilensteines setzen werden aus Deutschland heraus.
00:35:35: Aufgrund der Wissenschaft und aufgrund der Leistungen, die dort geschaffen werden – da bin ich von überzeugt!
00:35:41: Und es ist gerade deswegen so wichtig, weil wir in den letzten Monaten gesehen haben, dass Energie aber auch Rohstoffe immer mehr als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden.
00:35:50: Das heißt, da müssen wir natürlich schauen auch im Thema Recycling zum Beispiel, das wir uns hier eine gewisse Resilienz und auch eine gewiss Unabhängigkeit ermöglichen, neue Partnerschaften, vielleicht auch neue Formate der Partnerschaft wie zum Beispiel eine Rohstoffnato.
00:36:06: Dass man wirklich schaut okay wo sind denn die Partnerländer mit denen wir zuverlässig zusammenarbeiten können um eben die Lieferketten aufrechtzuerhalten auch wenn es mal in der Weltpolitik kritischer werden sollte und da Lieferwege gekappt werden.
00:36:20: und zum anderen ist aber noch ein ganz wichtiges Thema zum Abschluss dass wir schauen müssen in Deutschland das wir nicht Industriearbeitsplätze gefährden weil wir der Ansicht sind das ist gerade bei der Produktion vielleicht zur Fizio II ausgestoßen wird.
00:36:33: Wir dann bei uns die Werke schließen, Arbeitsplätze verlieren, Wohlstand verlieren und am Ende des Tages die Produkte aber trotzdem noch benötigt werden.
00:36:40: Wir die dann importieren aus Ländern mit ganz anderen Umweltstandards.
00:36:45: Und deswegen kämpfen wir auch als CDU und als Union dafür, dass ja weiterhin auch in Industrieland bleiben weil wir brauchen diese Industrie in Deutschland nicht nur für die Wertschöpfung sondern auch am Ende das Tages für die Akzeptanz der Bevölkerung.
00:36:58: Vielen Dank!
00:36:59: für dieses interessante Gespräch, was wir sicher noch länger weiterführen könnten.
00:37:04: Es ist ja auch alles noch nicht zu Ende gedacht!
00:37:06: Vielen Dank an Rainer Quizzo Forschungsgruppenleiter am RIFS und Honorarprofessor für Nachhaltigkeit und Innovation in der Technischen Universität Berlin.
00:37:15: Und vielen Dank an Fabian Gramling Berichterstatter für das Thema Wasserstoff für die CDU Bundestagsfraktion.
00:37:22: Schön dass Sie dabei waren.
00:37:24: Herzlichen Dank.
00:37:25: Danke schön
00:37:26: Das war Helmholtz Talks Wissenschaft und Politik im Gespräch.
00:37:30: Danke an Sebastian Vanier, der den Podcast entwickelt hat – auch für Recherche und Regie verantwortlich ist!
00:37:37: Danke an Helmholz Klima und vielen Dank für die Unterstützung von Christina Camille vom RIFS, dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ in Potsdam.
00:37:48: Wie hat Ihnen der Podcast gefallen?
00:37:49: Sagen Sie es uns!
00:37:50: In den Show-Notes finden sie einen Evaluationsbogen, den wir wissenschaftlich auswerten.
00:37:56: Mein Name ist Julia Fissmann und ich freue mich wenn Sie uns weiter empfehlen und auch in die anderen Folgen von Wissenschaft und Politik im Gespräch reinhören.
00:38:04: Bis zum nächsten Mal.
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